Hier lesen Sie Leserbriefe und Briefe an Vertreter des öffentlichen Lebens.

Leserbrief zum dem Artikel
Lärmgegner belästigten Fluggäste
B.Z. 05. Februar 2012, von Gunnar Schupelius


Sehr geehrter Herr Schupelius,

Ihr kleiner Beitrag über die Demonstration im Flughafen hat mir wirklich sehr gut gefallen!

Es ist immer wieder sehr erheiternd, dass Unwissenheit und/oder Ignoranz wirklich durch alle Schichten der Gesellschaft dieses Landes geht und sogar Journalisten sich nicht mehr wirklich „breit“ mit den Themen befassen, über die sie schreiben! Die Problematik dieser Menschen auf Ihren Kontext herunter zu brechen, dass hätte sich noch nicht einmal die Hessische Initiative „Die Fracht braucht die Nacht“ getraut!

Ungerecht aber unausweichlich Artikel von Ralph Kotsch am 26.01.2012 in der Berliner Zeitung

Ungerecht aber unausweichlich – Minderheit muss mit den negativen Folgen zurechtkommen

Lieber Herr Kotsch,

mit welchen negativen Folgen des Flughafens würden denn Sie ganz persönlich zurechtkommen?

„Friede den Hütten!...“

Eine ganz persönliche Bemerkung / Von Harry Popow

26. Januar 2012: Marktplatz Friedrichshagen. Sonderaktion der Montagsdemonstranten gegen Fluglärm. Über tausend in der Januarkälte. Hochgeschlagene Kragen. Schilder: Menschen- und Klimakiller! Nicht über unsere Köpfe hinweg. Spontane Reden. Lügner. Lügner!! Lügnerpack. Ein Redner: Es habe nie eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Flüge über den Müggelsee gegeben. Und weiter: Man hat uns den Fehdehandschuh hingeworfen. Wir haben ihn aufgenommen. Wowereit weg! Wütende, aufgebrachte Bürger. Der Ruf „Wir sind das Volk!“ Rbb dabei. Reporter Ulli Zelle. Scheinwerfer, Trillerpfeifen. Buh-Rufe! Wir sind die Krieger – ein selbstgebasteltes Lied. Warum? Heute war entschieden worden: Die Flugrouten – vor allem über den Müggelsee – bleiben erhalten. Unter fadenscheinigen Ausreden, ja Lügen. Alles dahin: Dreißig Montagsdemos seit 2011. Menschenkette um den Müggelsee. Müggelsee ist überall, so ein weiteres Plakat. Stimmung, eine nicht durch noch mehr Lügen zu beschwichtigende Masse. Eine Zündschnur ist gelegt, seit langem? Wohin führt sie? Wohin muß sie führen? Ein kostspieliger Rechtsstreit wird kommen. Sein Ausgang ungewiß. Aber der Kampf geht weiter.

Wieder Falschinformation der MAZ vom 11. 1. 2012 zum UBA-Gutachten

 

Selbst wenn ich jetzt wieder in den Verdacht gerate, immer alles besser wissen zu wollen und dadurch den Eindruck erwecke, dass ich in der Presse angesprochene Fluglärmprobleme nur aus Prinzip zu kritisieren bestrebt bin, dann ist das gar nicht mein Anliegen und erst recht nicht mein Ziel. Mir geht es dabei allein um die Vermeidung falscher Eindrücke und dadurch falscher Schlussfolgerungen beim zumeist fachlich nicht ausreichend vorgebildeten Leser bzw. um die Vermeidung einer völlig verzerrten Darstellung der Verhältnisse bestimmter Sachverhalte durch die nicht ausreichend qualifizierten Autoren.

Unveröffentlichter Leserbrief zum Artikel "Verheimlicht, manipuliert, mit zweierlei Maß gemessen"

von Peter Neumann

in der Berliner Zeitung vom 12./13.11.2011, Seite 23

Sehr geehrter Herr Neumann,

die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat nicht erst in den vergangenen Monaten manipuliert und bestimmte Flugrouten nicht ernsthaft geprüft. Sie hat sich schon vor Beginn des Planungsverfahrens für den BBI/BER aktiv an einem der größten Planungsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte beteiligt! Der simple Vorwurf, der gegenwärtig in verschiedenen Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht erhoben wird, lautet, dass die Bürger bei diesem Planungsverfahren von Anfang an vom Rechtsstaat betrogen wurden.

Bisher unveröffentlichter Leserbrief an die Berliner Zeitung

Sehr geehrter Herr Neumann,
Sie haben vielleicht Recht mit Ihrer Behauptung, an der Entscheidung zugunsten des Standortes Schönefeld, die die Wurzel des Konfliktes sei, werde das Gericht jetzt nichts ändern. Natürlich wussten die Planer von Anfang an, dass das zum Streit führen würde. Aber sie sorgten schon vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens für dessen möglichst begrenzten Einfluß auf das Verfahren.

Am 05.08.2011 per E-Mail an rbb gesendet:

rbb fluglärmgeschädigt?

Eine Überraschung jagt die andere: In der Abendschau des rbb!! Gewohnt, niveauvolle Abwechslung im städtischen Kolorit zu bekommen, interessant und immer wieder neu, werden wir an den Fernsehschirmen mit ganz neuen, unerwarteten Aspekten der Informationspolitik überschüttet: Ab dem 1. August trommelt es täglich in den Ohren der Südost-Bewohner am Rande Berlins: Der Fluglärm über dem Norden Berlins – von Tegel ausgehend – höre ja nun bald auf. Doch statt Frohsinn der Anwohner aus Malchow, Pankow oder Hohenschönhausen gibt es Tränen. Tränen? Kaum zu glauben, weshalb denn?

Nirgends in Brandenburg wird das deutlicher als bei der Flughafenpolitik. Eine junge Generation in der Landes-CDU scheint das zu spüren und versucht sich im Kurswechsel. Besser später als nie, so möchte man sie ermutigen. Denn erstmals hat sich mit der CDU eine Partei den BBI-Betroffenen zugewandt, hat die Fähigkeit zur Einsicht in Fehlentscheidungen erkennen lassen und da wo möglich, Hilfe zugesagt.

 

“Flugroutendiskussion ohne Flughafenhysterie!“ — hat die Flugroutendiskussion wirklich nichts mit dem Flughafen selbst zu tun?

zum “Offenen Brief“ von Flughafen—Gewerkschaftern im KAWEKurier vom 27.7.2011 und in BER aktuell Juli 2011 S.6

Gewerkschafter sorgen sich um Arbeitsplätze und Wirtschaftsentwicklung — ich auch! Und sie meinen, wenn lange genug über Flugrouten diskutiert wurde und nun endlich die DFS—Vorschläge dazu vorliegen, dann müsse dies ein tragfähiger Flugroutenkompromiss sein, der mit Bau und Inbetriebnahme des Flughafens nichts zu tun haben könne. Und sie beklagen zurecht die unsoziale Verschiebung von Belastungen durch unsachliche Argumentation zutreffend z.B. durch Berlins Südwesten und Potsdam! Aber gerade wegen des unsozialen Verschiebens von Lasten hatte die Fluglärmkommission letztendlich mit knapper Mehrheit den Beschluss gefasst, höhere Lärmbelastungen stärker zu wichten. Nur — dazu kam es aus Zeitgründen gar nicht mehr, und die Kommission entschied ohne Unterlagen satzungswidrig ohne Berücksichtigung ihres eignen Beschlusses! Und danach sortierte die Deutsche Flugsicherung noch etwas aus und veränderte ein wenig. Auf der Basis von PFB—Daten berechnete erwartbare Lärmpegel lagen der Kommission zwar vor für Tageszeit wie rush hour, aber wurden so wenig behandelt wie ebenfalls vorliegende Lärmpegel für ein Drehkreuz mit 500000 jährlichen Flugbewegungen! Die Kommission plädierte lediglich für Nachtflugverbot und gegen ein Drehkreuz.