Ein Kommentar zum 2. Zwischenbericht der Piraten bezüglich des 7. Untersuchungsausschusses zum Flughafen Berlin.

Es ist eine ungeheure Leistung, die von dem Untersuchungsausschuss – insbesondere der Piratenpartei – in den letzten Jahren vollbracht wurde. Zur Bilanz gehört es, nicht nur Berge von Akten, teilweise nur zugänglich über Umwege, bewältigt zu haben, die Abgründe von politischer Arroganz, Verlogenheit und Unfähigkeit der Verantwortlichen belegen. Es ist auch ein Infrastrukturgroßprojekt zu begreifen sowie es fachlich, inhaltlich und gesellschaftlich zu bewerten. In den Erläuterungen zu der Arbeit im Rahmen des Untersuchungsausschusses geht unmissverständlich hervor, wie groß der politische Widerwillen ist, Licht in die dunklen Abgründe dieses Projektes kommen zu lassen. Allein sich dieser Herausforderung zu stellen, verdient Hochachtung! Die Zwischenergebnisse lassen den Schluss zu, dass der Untersuchungsausschuss bisher – ganz im Gegensatz zu den Verantwortlichen des „BBI“ bzw. BER Projektes – seiner Verantwortung gerecht wurde.

 

„Mit Vollgas gegen die Wand“,
zurückgesetzt, mit ein unzähligen Steuermillionen geflickt und wieder neu Anlauf genommen. Und wenn es nicht geklappt hat, wird wieder von vorn begonnen. Besser lässt sich das ganze Projekt nicht zusammenfassen. Immer wieder wird versucht mit politischer Arroganz und krimineller Energie, Einfältigkeit und Täuschungen die Betonmauer an Fakten zu durchbrechen.

„Sanierung im Bestand“
Ein Projekt im Projekt im Projekt. Der 2. Zwischenbericht belegt hervorragend, dass das BER Projekt gescheitert ist. Wenn es heuer neue Steuermilliarden für den BER regnet, dann nicht um ein Projekt zum Abschluss zu bringen, sondern um viele neue Projekte unter dem Deckmantel eines gescheiterten zu finanzieren. Ein Projekt im Projekt. Geblieben ist eine leere und unbrauchbare Hülle, in der aus einem Flughafen eine Shoppingmall wurde und nun in diesem Wust wieder ein Flughafen integriert werden soll. Es bleibt dem Geschick der Planer überlassen, wie aus diesem Flickwerk der Anschein eines Flughafens entstehen soll. Es handelt sich um „lebenserhaltende Maßnahmen“ für eine gescheiterte Projektidee, denn die Chance auf ein eine ausgeklügelte Infrastruktur ist bei der bestehenden Baumasse längst vergeben.

„Geburtsfehler“
Mal abgesehen von der höchst fragwürdigen Nutzbarkeit der bisherigen Bausubstanz stehen weitere Hindernisse, wie der falsche Flughafenstandort, die dichte Besiedelung, die Umweltbelastung und Vernichtung von Lebensadern (Luft und Trinkwasser) einer Großstadt, der ausstehende und nicht realisierbare Lärmschutz und das Single-Airport Konzept, was perspektivisch eine dritte Start- und Landebahn erforderlich macht, dem Projekt entgegen. Diese lassen sich weder durch Schönrederei, noch durch einen weiteren Anlauf, finanziert durch Steuermilliarden, an einem diesem Standort beheben.

„Weit gedacht“
Lässt man die letzten Jahre Revue passieren, so entlarvt das Nachnutzungskonzept des BVBB e.V. die volle Tragweite der BER-Katastrophe. Anstelle der Milliarden schweren Flickschustereien an der Sackgasse BER-Schönefeld, hätte längst mit einer für die Zukunft ausgelegten Infrastruktur begonnen werden müssen.
„Der Wille ist da“
Der Wille für einen Flughafen in Berlin und Brandenburg ist da. Zumindest in der Bevölkerung. Dass der Wille auch bei den politischen Entscheidungsträgern da ist, daran wachsen Zweifel. Der Zwischenbericht gibt einen tiefen Einblick in die Unzulänglichkeiten bei der Projektsteuerung. Diese Unzulänglichkeiten sind bereits bekannt aus dem Dickicht der grundlegend fehlerhaften Standortentscheidung.
Ein neuer und vor allem geeigneter Standort ist die Grundlage, eine angemessene und beachtete Projektsteuerung, eines der dafür benötigten Handwerkzeuge. Zusammen ergäbe es eine brauchbare Infrastruktur für die Bundeshauptstadt. Solange eines von beiden nicht vorhanden ist, wird es wieder nur ein „Zurücksetzen“. Versuch Nr. 18, Codename „2017“.