Sehr geehrter Herr Eder,

Ihr Beitrag in der „Berliner Wirtschaft“ scheint mir widersprüchlich. Erst erwähnen Sie, dass sie den Flughafen eigentlich nicht in Schönefeld wollten, nun aber, da die Politik aus unterschiedlichen Erkenntnissen heraus, wie zum Beispiel kein Drehkreuz als Konkurrenz zu Frankfurt und München zu wollen oder einen stadtnahen Flughafen, um den Menschen den Abschied von Tegel leichter zu machen oder, oder, oder, da haben sie sich auf Schönefeld eingelassen und nicht interveniert. Es hat Sie auch nicht gestört, dass das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bedenken zum Nachtflug an diesem Standort angemeldet hat. Es ist für Sie auch nie bedenklich gewesen, dass der Gutachter des Vorhabenträgers, vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, zugeben mußte, dass Kinder geistig zurückbleiben werden und seelische Schäden davontragen werden, wenn Sie in den Einflugschneisen zu Ihrem „Vorzeigeobjekt“ leben und zur Schule gehen werden müssen. Es wurde nicht nachgedacht und der Standort nochmal überdacht.
Nun, wo der Flughafen aber fast fertig ist, appellieren Sie, dass doch möglichst viel Flugverkehr in Nachtrandzeiten möglich sein sollte und die Anwohner doch bitte nicht mehr den Flughafen an sich infrage stellen sollten und ein Einsehen mit den Urlaubern, Geschäftsreisenden haben mögen, wie auch mit den Arbeitsplätzen, die neu im entstehen sind. Das heißt, Menschen die vielleicht auch arbeiten, Rentner, Kinder, alle mögen einsehen, dass die Einen fliegen und die Anderen den Lärm ertragen sollen, möglichst 19:00 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche ihre Grundstücke verlärmen lassen, es hinnehmen, dass der Wert ihrer Grundstücke fällt, ein Aufenthalt im Freien, in ihrem Lebensumfeld, kein Vergnügen mehr bereitet und die Nacht nur noch 5 Stunden hat, was zu Krankheiten führt und auf Dauer ein jedes Leben verkürzt.
Ich überlege sehr stark, welcher politischen Herkunft Sie sind? Die Herkunft einer Christlichen Natur möchte ich eigentlich ausschließen  wollen. Ein Vertreter der reinen Kapitalistischen Lehre, alle Macht dem Großkapital, kann man weniger ausschließen. Eine Kommunistische Lehre, das Volkseigentum ist alles, das Privateigentum nichts, kann man auch nicht ausschließen, immerhin hat die Flughafenplanung in Schönefeld kommunistische Traditionen.
Herr Eder, es ist normal, dass Vielflieger nicht in der Einflugschneise leben. Es ist normal, dass alle politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger nicht in den Einflugschneisen wohnen. Daher war das Theater in Berlin auch größer, wo am Rande der Stadt Politik und Wirtschaft doch betroffen sein sollten und es wurden alle Hebel bewegt, um diese Betroffenheit abzuwenden. Nun müssen bloß die „Untermenschen“ beruhigt werden, die Öffentlichkeit zu Gunsten des Flughafens mobilisiert werden und das Gericht zu einem flughafenfreundlichen Urteil bewegt werde, dann können Sie aus der einstigen Planung für einen Regionalflughafen doch einen Großflughafen machen. Hoffentlich bekommt die Vertuschungen und Schwindeleien niemand mit.
Herr Eder, ich halte Sie und Ihre Politik im Namen der IHK als überholt und unangemessen. Sie besitzen keine politische Kultur, die ein abgeschlossenes und rundes Weltbild erahnen lässt. Sie können sich nur mit Halbwahrheiten und Erklärungen über geeignete Medien, wie der „Berliner Wirtschaft“ über Wasser halten. Bei einer fairen Diskussion wären Sie zwangsläufig unterlegen. Daher halte ich Sie in Ihrer Funktion auch nicht für tragbar. Aber wir wollen Ihnen eine Chance geben. Es werden immer mehr Immobilien in den Einflugschneisen auf den zukünftigen Flughafen angeboten. Vielleicht wollen Sie sich ein Anwesen in Berlin-Bohnsdorf, Berlin-Schmöckwitz oder Mahlow-Blankenfelde zulegen. Erst dieser Schritt würde Sie berechtigen, solche Artikel in der „Berliner Wirtschaft“ zu schreiben.

Vielleicht noch ein paar intelligente Fragen an Sie:
Darf ein Flughafenanwohner zu Ihren „Nachtrandzeiten“ jetzt in Berlin zwischen 22:00 und 24:00 Uhr sowie zwischen 5:00 und 6:00 Uhr auch, mit dem Auto, die normale Geschwindigkeit fahren, anstelle der oft herabgesetzte Geschwindigkeit für die Nacht zwischen 22:00 und 6:00 Uhr?
Wenn aus einem Regionalflughafen in Berlin-Brandenburg ein Großflughafen in Siedlungsachsen gebaut werden kann, können dann in Berlin-Brandenburg nicht auch Schweinemastanlagen aus einem kleinen Schweinestall errichtet werden?
Nach meinen Informationen hat Berlin ein Windrad. Kann daraus nicht auch der drittgrößte Windpark in Deutschland entstehen?
Wenn mein Nachbar um 5:00 Uhr vom Flieger geweckt wird und sich entschließt Rasen zu mähen, kann man ihm das verdenken?

Danke

Lutz Wieczorek

(Übrigens, wenn Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter mir tatsächlich, wie bereits geschehen,  antworten wollen, dann sollten Sie auch etwas zu sagen haben und nicht irgendwelche Erklärungen und Parolen abgeben, z.B. warum sich die IHK wirklich für Schönefeld anstelle Speerenberg entschieden hat, obwohl ihr die Risiken in mehrerer Hinsicht bekannt waren. Warum der Nachtflug in Schönefeld wichtiger ist, als die Gesundheit von Menschen …... usw.)

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