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BER - 21 Jahre Glaube

„Lauter frohe Botschaften“ titelt vortrefflich Lorenz Maroldt sein Kommentar vom 09.02.2017. Er fragt zudem „wer soll sie glauben?“.

Seit nun mehr als 21 Jahren werden die pechschwarzen Schattenseiten des Konsensbeschluss mit farbigen Worthülsen übertüncht. Lauter frohe Botschaften halt. Fakten? Nein, Fakten spielen keine Rolle; wir leben in „post-faktischen“ Zeiten. Allein der Glaube zählt (und zahlt).

Der Papst, der ganz sicher etwas vom Glauben versteht, stellt fest, dass die „CO₂-Kompensation für Flugreisen „ Heuchelei“ ist. Auch in Österreich ist die juristische Begründung zur Abweisung der 3. Start- und Landebahn beim Flughafen Wien-Schwechat aufgrund der zu hohen CO2-Belastung deutlich glaubhafter, als die Jahrzehnte langen märchenhaften Predigten rund um den Flughafen Berlin-Brandenburg.

Doch es gibt neuerdings rund um den BER auch Wahrheiten zu erfahren! So hat Herr Mühlenfeld durchweg richtig festgestellt, dass die heutige Situation nicht mit der von 2012 zu vergleichen sei. Wie recht er doch hat! Hätte er, anstelle durch das BER-Kaleidoskop zu schauen, sich die Realität angesehen, dann hätte er womöglich auch den Ernst der Lage erkannt. So blieben ihm leider nur fröhlich ausgeschmückte Versprechungen.

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren und wenn es gerad nichts zu gewinnen gibt, tun es auch sozialisierte Verlustgeschäfte. Wie ein Schaf wiederholt der wohl trainierte Bürger – „das war doch jetzt schon so teuer, das muss doch endlich fertig werden“ und schaufelt voller Vorfreude und guten Glaubens an ein jähes Ende weitere Millionen über Millionen über Milliarden über noch mehr Milliarden aus dem Steuersäckchen in die dunklen BER Kanäle. Als Fass ohne Boden, in das seit Beginn der „Nachbau“- Zeit (vulgo: seit der geplatzten ersten Eröffnung im Jahr 2012) Milliarden hart verdienter Steuergelder geworfen wurden, muss jetzt mutieren vom planfestgestellten Regionalflughafen zum Interkontinental-Hub um über Nacht ein profitabler Flughafen zu werden. Aber keiner braucht sich der Illusion der vermeintlichen Erlösung einer Eröffnung hingeben, die Steuergeldschaufel brauchen Sie ganz sicher nicht beiseitelegen. Sie können sich eine noch größere zulegen. Denn als nächstes sind die Fluggesellschaften am Zug. Schließlich müssen die in aller Eile herbeigezauberten Billigfliegerüberkapazitäten trozt Verlustgeschäfte ja ausgeschöpft werden. Oder glauben Sie etwa nicht?

Und wenn auch der BER noch nicht einmal eröffnet ist, spielt der Staat schon heute die Doppelmoral in vollen Zügen aus. CO2 Einsparungen predigen und auf der anderen Seite das giftige Gas tonnenweise subventionieren. Schließlich müssen die mit Milliarden Steuergelder finanzierten Kapazitäten zumindest ausgelastet sein. Dass das ganze Spiel keinen Gewinn abwirft, Milliarden Menschen die Lebensgrundlage raubt und nur dem Glauben an der Sache dient, wird schon keinem auffallen.

Dem vereinzelt verunsicherten Bürger, der der etwas aufgeheizten Situation nicht ganz traut, wird ab dem Jahr 2027 durch den CO2-Ablasshandel der lästigen Zweifel befreit. Bis dahin, so wird ihm von der modernen TV-Kanzel eingeimpft, darf er, wenn er nicht dem Teufel dient, auch nicht ins Urlaubsparadies.

Soweit so gut. Der Papst, das Gericht und Herr Mühlenfeld.  Alles richtig. Eine Frage jedoch bleibt vollkommen offen. Auch bei Herrn. Maroldt. Was wird jetzt aus den vielen Thesen? Wo sollen sie anschlagen werden? Ist es wirklich Zufall oder erneuter Hohn, dass es an den Türen klemmt?

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