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„Erst ganz langsam kommt ans Licht, wie riesig das weltweite Ausmaß von Gewalt an Kindern ist", betont Rolf-Robert Heringer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe, anlässlich des Weltkindertages am 20. September. (http://www.kindernothilfe.de/Rubriken/Presse/Pressearchiv/Meldungen+2011/Weltkindertag_+Kinder+besser+vor+Missbrauch+sch%C3%BCtzen!.htmlF)

Gern zeigen diesbezüglich die politisch Verantwortlichen, soweit sie überhaupt etwas von den vor uns liegenden Problemen wahrnehmen wollen, mit dem Finger auf andere Länder, auf Staaten der 3. Welt, auf von Kriegen, Hunger und Katastrophen geschüttelte Regionen in der Welt.

Doch was passiert im eigenen Land? Ab und zu mal Schändung, hier und da ein Mord oder Entführung von Kindern, die bald wieder vergessen sind. Doch Gewalt und Terror an Menschen und insbesondere an Kindern – aber nicht in unserer angeblich so hoch entwickelt sein wollenden Gesellschaft.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Systematisch und trotz besseren Wissens politisch Verantwortlicher, und damit bewusst einkalkuliert, werden auch Kinder in Größenordnungen mit den Folgen eines falsch bestimmten Flughafen-Standortes - mit physischer und psychischer Gewalt - konfrontiert.

Doch wie muss der Zustand einer Gesellschaft und eines Staates bewertet werden, wenn sie ihre Schwächsten aber wertvollsten Bestandteile missachtet – das sind als die Träger unserer Geschichte und unserer Seins, die älteren Bürger und das sind die Träger unserer eigenen Zukunft und Hoffnungen, nämlich die Kinder.

Dazwischen klaffen Widersprüche und zunehmende Verwerfungen: Leistungsdruck, Überbeanspruchung und Arbeitslosigkeit, Armut und Profitgier, Bevormundung und Unterwerfung; fehlende Entwicklungschancen und Motivation und Resignation und eine polarisierte lärmende Spaßgesellschaft, die sich von den Unbilden der Abgründe und Widersprüche ablenken will oder muss.

Zum Ausmaß der Gewalt gehört auch das Aussetzen der Menschen und vor allem der Kinder den anerkannt extrem schädlichen Emissionen, die von einem Flughafen und dem Flugverkehr ausgehen. Die Kinder werden den Abgasen ausgesetzt, die die Jetdüsen in die untere Atmosphäre drücken. Nachgewiesen macht das krank. Was wird dagegen getan? – nichts!

Desweiteren behindert Lärmexposition mit seinen anerkannt schädlichen Wirkungen eine gesunde Entwicklung der Kinder. Lärmschutzmaßnahmen sollen dies verhindern, obwohl diese selbst weitere Gesundheitsgefahren darstellen und nachweislich, zumindest wie angedacht, untauglich sind.

Letztendlich wird den Kindern und Kindeskindern über Generationen der zu ihrer Entwicklung und zum Lernen notwendige natürliche Lebensraum entzogen. Sie werden in den Kitas, Schulen und dann in ihrem Zuhause angeblich abgeschirmt, richtiger, weg gesperrt und von ihrer Umwelt entkoppelt. Lernen, d.h. das Auseinandersetzen mit der dinglichen natürlichen sowie sozialen Umwelt, wird damit stark beeinträchtigt. Unsere Hoffnungsträger wachsen auf mit solchen oktroyierten Bewusstseinsinhalten: alles was draußen ist, ist menschenfeindlich –die Natur ist giftig und eine Gefahr für die Gesundheit.

Es wird in der frühen Kindheit ein Bild von einem feindlichen Außenraum erzeugt, vor dem man sich schützen muss. Zwangläufig wird verlernt, ein Verhältnis zu Natur, zu Mitmenschen, zu sich selbst und zum eigentlichen natürlichen Lebensraum zu entwickeln; und dann auch noch mit diesem richtig umzugehen – geschweige denn, in eine harmonische Wechselbeziehung zu treten.

Hier wirkt ganz schnell und über Generationen ein Schneeballsystem, über welches sich fehlgeleitete Bewusstseinsinhalte, Kompetenzen und Verhaltensweisen herausbilden.

Kinder wegsperren, Kinder von ihrer Umwelt trennen, Kinder in ihrem Lern- und Bewegungsdrang zu behindern, Kinder an der Auseinandersetzung mit ihrer und unser aller Umwelt – an ihrem spielenden Lernen - zu behindern, das ist pure Gewalt und Körperverletzung.

Was taugt ein Staat, der dies nicht nur zulässt, sondern bewusst plant und in Kauf nimmt, um eines vermeintlichen Profites willen?

Ein Staat, der sich der Träger seiner Entwicklung beraubt und sie missachtet, ja physisch und psychisch krankmacht, glaubt selbst nicht mehr an sich und seine Zukunft – er entzieht sich selbst seine Basis und Zukunftschancen . Es bedeutet keinen Fortschritt und keine Zukunft, wenn im Sinne der Kapitalandienung und Profitmaximierung alle Bereiche der Gesellschaft kapitalisiert und dem vermeintlichen schnellen Profit unterworfen werden.

Leidtragende sind zuerst die Menschen insbesondere die Kinder, die sozialen Beziehungen und der Zustand des Lebensraumes.

Die gesamtgesellschaftlichen zuerst noch Aufwendungen und dann eintretenden Verluste können nicht mehr beziffert werden, wenn die Folgen eines menschenverachtend und dilettantisch geplanten sowie unwirtschaftlichen Flughafens wie BER am Standort Schönefeld losgetreten werden.

Kämpft gegen ausgeübte oder drohende Gewalt an Kindern, setzt Euch für unsere Kinder und ihre natürliche Umwelt ein und auch für unsere Gesundheit und unseren Lebensraum.

P.Schatz