Wieder durften die Teilnehmer an der Montagsdemo in Lichtenrade (21.02.11) erleben, wie sie mit Unwahrheiten hinters Licht geführt werden. Wieder durften sie erleben wie die BIs „Keine Flugrouten über Berlin“ dem nächsten Politiker eine Bühne verschafften, der gutgläubige Bürger mit Lügengeschichten veräppelt. Nach Wowereit (SPD), Künast (Grüne), jetzt auch der nächste Wahlkämpfer, Henkel (CDU). Man darf nun darauf gespannt sein, wer die nächste Dekorationsfigur für die Lichtenrader Montagsdemos ist. Da gibt es noch die FDP und die Linke. Denen kann Herr Lietzmann (Vors. der BI) dann auch noch die Hand schütteln und stolz darauf sein, wer so alles den Lichtenradern erzählt, was sie gerne hören möchten. Ganz im Sinne des Vorbeters Simon Lietzmann durften die lieben Protestanten eine Märchenstunde genießen, die sie aber sicher nicht als solche zur Kenntnis nahmen.Die bekannte Leier: zurück zu den Flugrouten - Geradeausflugrouten nur über Blankenfelde, weil die Blankenfelder sich schon daran gewöhnt haben, dass sie den ganzen Fluglärm von über 360 000 Flugbewegungen/Jahr abbekommen; zurück zur Demokratie, die eine Verteilung des Fluglärms verbietet. Dafür Vertrauensschutz für die „alten Flugrouten“.
Mit der abgelesenen Aussage zur notwendigen Leidensfähigkeit der Blankenfelder hat Lietzmann sein moralisch/ethisches Glaubensbekenntnis abgelegt. Ich, wir Lichtenrader wollen den BBI. Der davon ausgehende Lärm und alle anderen Folgen sollen aber andere, die Blankenfelder tragen. Da leben die Untermenschen, die es nicht anders verdient haben, weil sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben müssen. Begründet auf diese Moral dürfen Menschen leiden, krank werden, ihr Eigentum verlieren, nur eben diese Untermenschen. Diese Moral missachtet die Menschenwürde und die Verfassung einschließlich der UN Menschrechtskonvention. Es ist die Moral von Despoten und Rassisten. Sie ist ein Appell an niedrigste Instinkte. Sie negiert die Prinzipien einer humanen Gesellschaft, die dem Prinzip folgen muss: Was Du nicht willst was man dir tut, das füge auch keinem Anderen zu!
Höhepunkt der Veräppelei war dann der Ausruf von Henkel, dass die Politiker Schuld daran seien, wenn das Volk kein Vertrauen mehr zu Ihnen hat. So demonstrierte der ehemalige Büroleiter des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters Diepgen (CDU), dass er nicht von dieser Welt ist, eben kein Politiker, dem man Vertrauensbruch vorwerfen kann. Es waren eben die Anderen, die Schuld am mangelnden Vertrauen zur Politik und am Flugroutendesaster des BBI haben. Henkel in der Rolle des Pilatus, das passt!
Lietzmann, Henkel und Gefolgsleute wollen nicht zur Kenntnis nehmen, dass Anspruch auf Vertrauensschutz nur die Blankenfelder, die Waltersdorfer, die Müggelheimer oder Ludwigsfelder haben. Sie haben darauf vertraut, dass das Raumordnungsverfahren, die Sprüche von Stolpe und Konsorten, auch sie von den Folgen des Fluglärms und der gigantischen Umweltverschmutzung verschont. Wie war das noch Herr Lietzmann? Das Raumordnungsverfahren verdammte als Einzigen von sechs untersuchten Flughafenstandorten den Standort Schönefeld als ungeeignet. Die Berliner SPD kämpfte gemeinsam mit der Brandenburger SPD, gegen die Versuche von Diepgen den Standort Schönefeld mit Tricks und Schikanen durchzusetzen. Nur Sperenberg sei geeignet als Flughafenstandort, weil Schönefeld, so Stolpe, unmenschlich sei. Dann 1996 wurden die Hälse gewendet. Bis heute nicht erklärt gab es plötzlich eine „Nationale Front“ der Blockparteien, noch angeführt von der CDU, die innerhalb von Wochen ihre Flughafenstandortaussagen als dummes Geschwätz von gestern abtaten. Vor diesem Hintergrund schwadronieren die Lietzmanns von Vertauensschutz zu „alten Flugrouten“.
Für diese von ihnen behaupteten „alten Flugrouten“ führen sie den Planfeststellungsbeschluss zum Neubau BBI Schönefeld und Zeichnungen des Betreibers FBS an. Nur, sie verschweigen, dass es keine Stelle im Planfeststellungsbeschluss gibt, in der „alte Flugrouten“ festgeschrieben sind. Und wer sich auf den Verursacher des Fluglärms beruft, bei ihm Vertrauensschutz anmahnt, der kann nur einfältig sein.
Verschwiegen wird, dass es nur „alte Flugrouten“ gibt, die die Deutsche Flugsicherung (DFS) seit 1998 in Dokumenten als Voraussetzung für einen flüssigen und sicheren Flugverkehr gefordert hat. Bis heute, auch mit der DFS – Position, vorgetragen vor der Fluglärmkommission (06.10.2010) hat die DFS keine andere Festlegung vorgenommen. Im Gegenteil, sie bestätigt, was sie schon 1998 gesagt hat. Vertrauensschutz Herr Lietzmann haben darum nur die Bürger, die seit 1998 auf Flugrouten hoffen konnten. Sie, und alle die ihrem Geschwätz folgen werden spätestens im Spätherbst 2011, wenn die DFS ihr Flugroutenregime dem Bundesaufsichtsamt für Flugwesen vorlegt, für ihre Vertuschung von Wahrheiten bitter bestraft. Nur, dann werden sie nicht mehr den Mut haben zu ihren Dummheiten, ihren Leseschwächen, ihren Unterlassungen möglicher Rechtswahrnehmung zu stehen. Dann werden sie gefragt, wie sie im Chor mit den von ihnen hofierten Politkern so kräftig für den Standort Schönefeld gekämpft haben. Ganz schlimm wird es, wenn der BBI wirklich in Betrieb genommen wird. Dann werden auch die Lichtenrader feststellen, dass Flugzeuge nur in Ausnahmefällen nach Flugrouten fliegen, in der Regel führen Abflüge vom BBI darum munter über Lichtenrade.
Vollmundig kündigt Lietzmann dann noch an mit allen juristischen Mitteln gegen Flugrouten über Lichtenrade zu kämpfen. Nur, diese Mittel hat er nicht. Die Lichtenrader Flugroutenhuber haben den möglichen Einsatz juristischer Mittel bereits verpennt, weil sie ignoriert haben, dass diese „Mittel“ gegen den Beschluss an rechtliche Bedingungen, an Fristen gebunden sind. Die rechtliche Auseinandersetzung gegen den Planfeststellungsbeschluss und gegen den noch rechtswirksamen Nachtflug haben sie dem BVBB überlassen. Seine Mitglieder haben für die Auseinandersetzung in gut 10 Jahren über 2,8 Mio. € aufgebracht. Während dieser Zeit, obwohl auch Lichtenrade alle Voraussetzungen für den Rechtweg hatte, haben Lietzmann und seine Truppen geschlafen und geschwiegen. Jetzt haben sie noch nicht einmal die Größe den Begriff „BVBB“ in den Mund zunehmen. Sie haben eben kein Verhältnis zur Wahrheit und zu Fakten!
Man darf gespannt sein, da ist noch Hoffnung, dass der Lehrer Lietzmann den ihm anvertrauten Kindern nicht auch den Quatsch von Geradeausflügen, vorbei an Lichtenrade, erzählt hat. Dann, wenn auch in Lichtenrader Schulklassen nur noch Unterricht bei geschlossenen Fenstern möglich ist, dann ist das Vertrauen auch der Kinder in den Lehrer hin. Was er dann den Eltern erzählt ist eine spannende Frage.

 

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