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Das Wowereit und Platzeck keine Ahnung haben, ist hinlänglich bekannt. Man denke nur an den Brandenburgischen Ministerpräsidenten bei der Pressekonferenz zur Verschiebung der BER-Eröffnung, in der er eine Inbetriebnahme im August forderte. Was für eine Naivität!

Naiv kann man auch die neuesten Planspiele aus dem Hause Platzeck nennen, nämlich den erkennbar zu klein geratenen BER durch Weiternutzung von Schönefeld-Alt zu entlasten. Rechtlich kein Problem ließ Staatssekretär Bretschneider schon mal verlauten. Doch Wowereit und Platzeck haben wohl die Rechnung ohne Lufthansa und Airberlin gemacht.

Unstrittig ist, dass Easyjet gerne in Schönefeld-Alt bleiben würde, nicht ohne dabei auf niedrigere Gebühren zu spekulieren. Damit aber ginge die von Lufthansa und Airberlin für die Eröffnung des BER geplante Strategie nicht mehr auf.

Denn gerade der Lufthansa sind die Billigflieger seit langem ein Dorn im Auge. Während sie im innerdeutschen und Europaverkehr regelmäßig Verluste einfliegt, verbucht Easyjet satte Gewinne. Noch heute nehmen es die Frankfurter dem Betreiber von Schönefeld übel, dass er den Markteintritt von Easyjet in Deutschland durch Subventionen erst möglich machte. Denn mit Billigsttarifen, so das Kalkül, sollte Easyjet Passagiere anlocken, um den Bau des BER zu rechtfertigen. Da störte es auch nicht, dass die Briten zunehmend den deutschen Konkurrenten Marktanteile streitig machte.

Dieser Entwicklung will die Lufthansa auf dem BER nun Einhalt gebieten. Mit Kampfpreisen ab 49 Euro soll Easyjet in die Schranken verwiesen und deren Wachstum in Deutschland begrenzt werden. Denn anders als beim bisherigen System mit unterschiedlichen Gebührensätzen in Tegel und Schönefeld gelten auf dem Monopolflughafen BER einheitliche Gebühren. Nun aber droht die schöne Strategie zu scheitern, falls Easyjet in Schönefeld-Alt bleiben sollte. Dann nämlich dürften zu den bereits vorhandenen Wettbewerbsvorteilen, die sich aus der konsequenten Ausrichtung auf das Billigflugsegment schon heute ergeben, auch noch die geringeren Gebühren in Schönefeld-Alt als weiterer Vorteil gegen Lufthansa und Airberlin zu Buche schlagen. Es darf deshalb als sicher gelten, dass beide massiv gegen eine Offenhaltung von Schönefeld-Alt vorgehen werden.

Und auch die FBB als Betreiber des BER dürfte sich kaum für einen Weiterbetrieb von Schönefeld-Alt erwärmen. Denn einerseits fallen zusätzliche Kosten für den Unterhalt an und andererseits würden Millionen Passagiere am BER fehlen, die der neuen Shoppingwelt zwangszugeführt werden sollen, um die Erlöse im Non-Aviation-Bereich zu steigern.